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Kräuterwanderungen im Naturpark
BETZENSTEIN (be) – „Da bin ich aber hellauf begeistert“ sagte Wolfgang Geißner der Geschäftsführer vom Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst, als er an der Verkostung des Wildkräuter-Buffetts im Gasthaus Waldschänke teilnahm. Dieses Gasthaus ist gemeindefreier Bereich und auch die Wiege des Naturparks sowie die erste Basisstation für eine neue Art des sanften Tourismus, der den Gästen schmackhaft gemacht werden soll.
Peter Stütz, Koch und Wirt des Gasthauses, bereitete Fleischküchlein mit getrocknetem Bärlauch, und Bratwürste mit Thymian oder Majoran zu. Vor der Verkostung der leckeren Quarks mit Brennnesselsamen, vegetarischem Schmalz mit wildem Majoran oder Nelkenwurzpudding stand jedoch eine Kräuterexpedition mit den Kräuterpädagogen Monika Börner, Birgit Haberberger, Christa Heinze und Sylvia Frank in den nahen Wald. Sie absolvierten am Landwirtschaftsamt in Bayreuth die Ausbildung. Ebenfalls dabei war Margit Dippold von der Tourist-Info Betzenstein, bei der sich Interessierte unter Telefon 09244/985221 gerne informieren können. Derzeit finden einmal wöchentlich geführte Kräuterwanderungen statt. Aus diesen Wanderungen kamen die Anregungen der Gäste, was man mit den Kräuter machen kann oder wie man sie genussvoll zubereiten kann.

Daraus wurde die Idee geboren, künftig Kräuterwanderungen mit anschließender Verkostung anzubieten. Für den 15. August hat sich bereits der erste Bus aus Bamberg angemeldet. Dafür würzt Koch Peter Stütz dann seine Gerichte mit den besonderen Wildkräutern. Derzeit gibt es diese Köstlichkeiten nur auf Bestellung. Die Kräuterexperten stellen fest, dass das Interesse an essbaren Wildkräutern immer größer wird. Die Delikatessen vom Wegesrand und den Wiesen ergeben köstliche Gerichte oder interessante Würzmischungen. Viele Menschen wollen „zurück zu den Wurzeln“, sie haben das gedüngte und hoch gezüchtete Gemüse oder Salate einfach satt und wollen wieder ursprüngliche, kräftige Geschmacksnoten erleben.
Sie wollen die oft unscheinbaren Schätze der Natur sinnvoll verwenden.

Anfänger sollten acht geben, die Blätter des kräftigen Bärlauchs sind leicht mit den giftigen Maiglöckckenblättern oder der Herbstzeitlose zu verwechseln. Aus Brennnesseln und Giersch kann man ein überaus wohlschmeckendes Gemüse herstellen. Gerade die Brennnessel ist ein universelles und gutes Lebensmittel, das abwechslungsreich und genussvoll zubereitet werden kann. Strenzling hat einen besonders hohen Vitamin C-Gehalt, alle Wildkräuter haben wertvolle Inhaltsstoffe, viele Menschen wollen wieder zur absoluten Natürlichkeit zurückkehren. Oft reicht eine kleine Prise darüber gestreut und das Gericht schmeckt einfach besser.

Zu trinken gab’s übrigens eine köstliche Kräuterlimonade mit Pfefferminze, Zitronenmelisse, verschiedenen Kräutern und wildem Majoran. Weiter gibt es viele Rezepte, wie man Essig, Öl, Likör, Sirup oder Magenbitter selbst zubereiten kann. Angedacht ist von den Kräuterexpertinnen, künftig eine „Pflanze des Monats“ genauestens vorzustellen, zu präsentieren und den Verwendungszweck zu erklären. Ganz besonders nett werden zu verschiedenen Pflanzen auch immer wieder kleine Geschichtchen erzählt, die einem die Pflänzchen direkt ins Herz wachsen lassen.