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Kletterer setzen Zeichen für die Natur
An der Altenburgwand bei Bamberg in Norden des Naturraums Frankenjura türmte sich Sperrmüll aus mehreren Jahrzehnten. Die Klettergemeinde hat am letzten Wochenende im November dort angepackt und trotz Schneetreibens den Wald weitgehend vom Unrat befreit.

Matthias Stöcker ist leidenschaftlicher Kletterer. Der Physiotherapeut lebt seit mehreren Jahren in der Gemeinde Scheßlitz östlich von Bamberg. Bei einem Kletterausflug an die Altenburgwand im Norden seiner Gemeinde entdeckte er unterhalb der Wand Berge von Müll. Nicht von Kletterern produziert und zum Teil sehr alt. Dabei handelt es sich um eine „inoffizielle“ Müllkippe, Plätze wie diesen gibt es an vielen Stellen im Frankenjura.

Kletterer aber bewegen sich gern in einer intakten Umwelt. Müll in der Natur wird ungern gesehen. Deshalb ist es für die meisten Bergsportler normal, auch Unrat von den Felsen mitzunehmen, selbst wenn es nicht der eigene ist. So ist im Rucksack immer Platz für eine vergessene Trinkflasche oder zurückgelassene Zigarettenkippen. Aber einen Rucksack, der so groß ist, um den Müll unterhalb der Altenburgwand darin verwinden zu lassen, der müsste erst noch geschneidert werden.

Deshalb wandte sich der Scheßlitzer Kletterer im Internet auf der überregionalen Kletterplattform „Frankenjura.com“ an die Klettergemeinde und bat um Hilfe. Ein Aufräumtag unterhalb der Altenburgwand war seine Vision. Die Klettergemeinde zog mit.

Und so trafen sich am letzten Samstag im November 2015 mehr als 20 Kletterer aus dem gesamten Frankenjura an der Altenburgwand.

Sie waren ausgestattet mit Arbeitshandschuhen und Rechen und räumten einen enormen Müllberg aus Fahrrädern, Traktor- und Autoreifen, Radfelgen, Töpfen und Blechdosen aus dem Wald in einen eigens für die Aktion aufgestellten Bauschutt-Container. Auch eine Waschmaschinentrommel, eine Autobatterie und einige leere Ölkanister waren unter den Fundstücken.

Den Container zur Entsorgung sponserte die Stadt Scheßlitz. Ihr Bürgermeister Roland Kauper unterstützte die Aktion großzügig. „Es ist schon etwas besonderes, dass sich Menschen, die zum Teil gar nicht aus der Gegend sind, sich für den Erhalt unserer Natur einsetzen. Da war es selbstverständlich, dass sich die Gemeinde engagiert. Ebenso freut es mich, dass wir dadurch auch etwas für den Klettersport tun“, so das Gemeindeoberhaupt.

Die Bergwacht Bamberg war vor Ort, um im Notfall erste Hilfe zu leisten. Der Erfolg des Aufräumtags stand übrigens noch auf der Kippe. Am Vormittag fielen binnen Stunden knapp zehn Zentimeter Schnee, was die Müllsuche um Etliches erschwerte.“ Es kann deshalb sein, dass die Helfer im Schneegestöber das eine oder andere Trumm übersahen,“ erklärt Stöcker. Aber wer will das den Kletterern verübeln?