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Geologischer Rundwanderweg „Von der Fellner-Doline zur Stempfermühlquelle“ eröffnet
Im Juli 2009 wurde der neue geologische Rundwanderweg mit dem Titel „Von der Fellner-Doline zur Stempfermühlquelle“ an der ersten Erklärtafel am Einstiegsschacht zur Fellner-Dolinen-Höhle nahe der Fellner-Doline am Gößweinsteiner Breitenberg von Bürgermeister Georg Lang und Initiator und Höhlenforscher Ferdinand Haselmeier im Beisein von Behörden- und Vereinsvertretern offiziell eröffnet. (von Thomas Weichert)
Im Haus des Gastes zeigte Haselmeier anschließend beeindruckende Bilder von der Befahrung der Karsthöhle in der Fellner-Doline durch ihn und weitere Höhlenforscher, Geologen und Biologen vom August letzten Jahres. Wie es in dieser Höhle aussieht, können die Wanderer auch auf zahlreichen Bildern auf den insgesamt sieben neuen Info-Tafeln entlang des neuen geologischen Rundwanderwegs sehen. Die erste Tafel an der Fellner-Doline zeigt diese bildliche Befahrung der Höhle mit vielen farbigen Fotos. Ausgangspunkt des 5,7 Kilometer langen Rundwanderwegs ist der Wanderparkplatz am Breitenstein an der Staatstraße zwischen Stadelhofen und Gößweinstein. 400 Meter nach der Abzweigung der Kreuzung Pottenstein-Stadelhofen liegt dieser Parkplatz auf der linken Seite. Die Strecke selbst gilt als mittelschwierig, festes Schuhwerk wird empfohlen.

Die weiteren Erklärtafeln (die von Designerin Heike Leon aus Siegmannsbrunn gestaltet wurden) entlang des neuen Themenwegs informieren über die Zeitgeschichte der Verkarstung, die Höhlen- und Tropfsteinbildung sowie die Bildung der Tal- und Quellsysteme, die Besiedelung der Albhochfläche und die Kleinhöhle „Breitenberghöhle“. Ziel des neuen Rundwanderwegs - der eine Naturparkmaßnahme ist, rund 14000 Euro kostet und durch den Freistaat mit 50 Prozent bezuschusst wird – ist es, eine Verbindung der Fellner-Doline zur Stempfermühlquelle sowie die geologischen Zusammenhänge unter Einbeziehung der zeitlichen Entwicklung darzustellen. Eine der größten Bodentrichter auf der Jurahochfläche ist die sogenannte Fellner-Doline, benannt nach der Gößweinsteiner Familie Fellner, der sie einst gehörte. Als die Gößweinsteiner Trinkwasserversorgung aus der Stempfermühlquelle, der größten Karstquelle des Frankenjura mit einer konstanten Schüttung von bis zu 700 Litern Wasser pro Sekunde, erschlossen wurde, hat die Gemeinde Gößweinstein die Fellner-Doline gekauft.

Seither ist sie ein Naturdenkmal, genauso wie die Stempfermühlquelle. In einer farbig gestalteten Broschüre zum neuen Geologieweg mit einer Erstauflage von 5000 Exemplaren wird auch die Forschungsgeschichte der Fellner-Dolinen-Höhle beschrieben. Wie bereits ausführlich berichtet, war es Teufelshöhlenentdecker Dr.
Hans Brand der bereits im Jahre 1899 durch Grabungen und Sprengungen am tiefsten Punkt der Doline einen Zugang zur Höhle öffnete. Heute ist der Einstig an der Stempfermühle allerdings nicht mehr möglich, da die Besitzerin der Stempfermühle inzwischen einen Keller davor gebaut hat. Dies bedauerte Haselmeier außerordentlich. Zum einen, weil der Kellerbau genehmigt wurde und zum anderen, weil die Gemeinde Gößweinstein einst die Stempfermühle verkauft hatte. Deshalb ist eine Befahrung der Höhle nur noch durch einen Schacht von oben möglich. Diesen Schacht errichtete die Forschungsgruppe Höhle und Karst mit großen Anstrengungen und viel Arbeitsaufwand im Jahre 1971. Wie Haselmeier betonte, ist die Befahrung der Höhle wegen zahlreicher Engstellen und steil abfallender Gänge nur erfahrenen Höhlenforschern zu Forschungszwecken vorbehalten.

Die frühere Annahme, dass es am Grund dieses Höhlensystems wegen der enormen und dauerhaften Schüttung einen großen See geben müsste, konnte nicht bestätigt werden. „Aber einen unterirdischen Fluss gibt es zweifellos“, wie Haselmeier betonte. Dieser Fluss, so jedenfalls die Vermutung von Dieter Preu von der Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken, wird wahrscheinlich aus der Veldensteiner Mulde gespeist. Dies wird von Preu derzeit in einer eingerichteten Forschungsstation im alten Pumphaus der ehemaligen Gößweinsteiner Wasserversorgung an der Stempfermühle untersucht. Das es von der Fellner-Doline aber eine direkte Verbindung zur Stempfermühlquelle gibt konnte Preu mit Färbeversuchen nachweisen. Sieben Stunden hat es gedauert, bis das eingefärbte Kontrastmittel wieder an der Stempfermühlquelle ausgetreten ist. Die Fellner-Dolinen-Höhle ist mit einer Länge von 884 Metern und einer Tiefe von 97,6 Metern eine der tiefsten Höhlen der Frankenalb in deren unteren Bereichen es auch schöne Tropfsteinvorkommen gibt. (Thomas Weichert)

Info: Die Broschüre über den neuen Rundwanderweg „Von der Fellner-Doline bis zur Stempfermühlquelle“ gibt es ab sofort kostenlos bei der Gößweinsteiner Tourist-Information im Haus des Gastes.