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Haidhofer Schlossberganlage saniert!
Haidhof – Mit einem kleinen Festakt wurde die neu erbaute Besteigungsanlage zur Haidhofer Schlossberganlage offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Forstbetrieb Pegnitz der Bayerischen Staatsforsten, der Bayerischen Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Bamberg und dem Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst. Die Anlage ist ein beliebter Aussichtspunkt für Wanderer im Gebiet der Stadt Gräfenberg, im Wald der Bayerischen Staatsforsten, im Zuständigkeitsbereich des Forstbetriebs Pegnitz.
Dementsprechend waren auch Eduard Meyerhuber, stv. Leiter des FB Pegnitz, Thomas Kreil, Leitungsdienst des Forstbetriebs Pegnitz und auch Bernd Schultheiß, Revierleiter des Forstbetriebs anwesend.
Staatsforstbetrieb muss vorbildlich bewirtschaftet werden, erläutert der Abteilungsleiter der Forstverwaltung vom AELF Bamberg, Michael Kreppel. Dazu gibt es aber Anforderungen der Bevölkerung, die noch höher zu bewerten sind. Ein Förderprogramm „Besondere Gemeinwohlleistungen“ wurde aufgelegt. „Es ist nicht für allgemeine Unterhaltungsarbeiten gedacht, sondern wie hier, für eine völlig neue Konzeption. Das AELF fördert die Maßnahme mit 90 Prozent der Kosten, das bedeutete 20.000 Euro. Die restlichen 10 Prozent oder 2000 Euro der Forstbetrieb Pegnitz dazu. „Wir haben es gerne gemacht, wir wollen Natur und Erholung erhalten“, meinte Thomas Kreil. Die Leistungen des Arbeitstrupps können sich sehen lassen. Nachdem die alte Besteigungsanlage verfallen und gefährlich war, wurde sie komplett neu gebaut. Dazu gehörten 115 Laufmeter Geländer zur Absturzsicherung mit Handlauf und Knieleiste. Es wurde ausgeführt mit 12er Lärchenpalisaden auf 35 Metallpfostenträgern mit Stahlbetonfundament, Treppenanlagen mit Eichenbalkenund Befestigungseisen, Fußgängerbrücken und talseitige Sicherung der Wegböschung.

Die Planung lag beim Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst, Forstbetrieb Pegnitz, der auch Maßnahmenträger war. Für die Durchführung zeichnete der Naturpark-Arbeitstrupp verantwortlich. Ein Hauptakteur in diesem Zusammenhang ist der Naturpark mit seinem Arbeitstrupp. Geschäftsführer Wolfgang Geißner ging kurz auf die Arbeiten ein und wies die Kritik mancher Kreise entschieden zurück, mit der Freilegung der Anlage werde Baumfrevel getrieben. Es gelte, für die Wanderer Verkehrssicherheit auch von oben zu gewährleisten. Außerdem regte er eine Informationstafel am Eingang der Anlage an. Heinz Hofmann, Vorsitzender der FSV-Ortsgruppe Thuisbrunn-Haidhof, blickte nochmals in die Geschichte des Schlossberg zurück.
Er verwies nochmals auf die Familie Preiss, die vor 47 Jahren die Anlage initiierte. Fritz Preiß war Kulturausschussvorsitzender im FSV-Hauptverein. Er konnte die Haidhofer Bevölkerung für die Erschließung gewinnen und hat sie mit Mitteln des FSV durchgezogen. Die Frage, ob hier ein Schloss stand konnte von Professor Kunzmann damals bei der großen Einweihung nicht endgültig beantwortet werde. Der Opferstein zeigt lässt die Vermutung nahe, dass es eine keltische Kultstätte gewesen sein könnte.

Professor Abels vom Amt für Denkmalpflege in Schloss Seehof verwies jüngst auf einen bogenförmigen Graben an der Anlage, der nach seiner Meinung einen ehemaligen Burggraben einer frühmittelalterlchen Burgstelle darstellt. Aus der damaligen Initiative von Fritz Preis entsprang auch der heute örtliche FSV. Eine Gedenktafel wurde ihm nach seinem Tod gewidmet und am exponierten Felsen auf der Höhe befestigt. Sandra Schneider, Geschäftsführerin der Tourismuszentrale der Fränkischen Schweiz war, an diesem obersten Punkt angekommen, fasziniert vom reizvollen Blick über das Land und die intakte Natur. „Die Anlage ist sehr schön gemacht. Das bietet gute Möglichkeiten für die Gäste und Touristen der Region, sicher hier hoch zu kommen, zu einem Kleinod der Fränkischen Schweiz“, lautet ihr Fazit.

Bereits tags zuvor hatte Landrat Reinhardt Glauber bei der Jahresversammlung des Naturparks Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst die Besteigungsanlage am Schlossberg als eines von zwei Vorzeigeprojekten für dieses Jahre bezeichnet. Umso mehr war mancher Besucher über das komplette Fehlen einer offiziellen Vertretung der Stadt Gräfenberg, der Bürgermeister war eingeladen, und auch des Landkreises Forchheim erstaunt. Viele Natur- und Wanderfreunde werden sich über diesen herrlichen Aussichtspunkt in der Natur erfreuen. Geißner hat derweil mit der Buchwaldanlage ein neues Projekt im Auge. „Dort aber“, so sagt er vorbeugend, „kann weniger mehr sein“. (Text: Franz Galster)