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Kletterkonzept Krottenseer Forst fertig gestellt!
Das Kletterkonzept des Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst ist kurz vor seiner Vollendung. Nach dem Abschluss des entsprechenden Konzepts für den Bereich Auerbach, Königstein und den Krottenseer Forst, das gestern vorgestellt wurde, fehlt nur das Kletterkonzept für das Hirschbachtal, wo im Prinzip nur noch das Kartenmaterial fehlt.
Mitglieder des Arbeitskreises für das Kletterkonzept, darunter Vertreter des Naturschutzes, der Interessengemeinschaft Klettern, vom Alpenverein und Bürgermeister Joachim Neuß ließen sich vom Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Amberg-Sulzbach, Richard Lehmeier an der Steinernen Stadt im Krottenseer Forst sowohl die neuen Tafeln als auch das druckfrische Faltblatt zeigen. Tafeln und Faltblatt sollen die Kletterer so zu sagen lenken. Mehrsprachig zeigt es die Kletterfelsen rund um Auerbach, Krottensee und Königstein an und wie sie eingeteilt sind, sprich: jeder Felsen wird in eine von drei Zonen eingeteilt, der den Klettersportlern darüber Auskunft gibt, wie weit sie bei den Felsen gehen dürfen, im Sinne eines Natur verträglichen Klettersports. Darüber hinaus wird auf Besonderheiten der Fauna und Flora im Lebensraum Fels hingewiesen.

Deutlich wird aber auch, dass die Region mit Kletterfelsen, die wohl klingende Namen wie Märchenland oder Waldgeist, Furcht einflößende Bezeichnungen wie Teufelsblock oder Totenkopf aber auch Namen, die nur von Kletterern kommen können wie Ape-Index-Grotte, Total Recall oder Oceans Eleven tragen. Vor allem rund um den Rabenfels im Auerbacher Bürgerwald und eben im Krottenseer Forst häufen sich die kartierten und in Zonen eingeteilten Felsen. Dort steht auch einer, der mit dafür verantwortlich ist, dass das Klettergebiet weltweit bekannt ist: Der 1991 verstorbene Wolfang Güllich kletterte die Route „Action directe“ Waldkopf und war damit weltweit der Erste, dem eine Route mit dem Schwierigkeitsgrad glatt 11 gelang. Da weltbeste Kletterer an ihr scheiterten, gilt sie heute international noch vielfach als Maßstab.

Das 14-köpfige Kernteam des Arbeitskreises beging jedenfalls über 90 Felsen, brachte über 100 Zonierungsschilder an und zog auch Spezialisten zu Rate: Revierförster, verschiedene Kletterer, die das Gebiet kennen, Sven König (frankenjura.com) und sogar einen Moosexperten. Lehmeier kümmerte sich um die Finanzierung, denn schließlich gibt es die fünf Informationstafeln und das Faltblatt in hoher Auflage nicht umsonst.
Der größte Teil der Kosten übernahm der Freistaat Bayern. Kofinanziert wurde das Konzept vom Landschaftspflegeverband, der Stadt Auerbach und dem Markt Königstein.

Die Zusammenarbeit innerhalb des Arbeitskreises habe sehr gut funktioniert, erklärte Naturparkgeschäftsführer Wolfgang Geißner. Auch der Dialog zwischen Naturpark, Arbeitskreis und Kletterern funktioniere, trotz des Kletterbooms. Nicht selten kämen Hinweise im Sinne des Naturschutzes von Kletterern selbst. Und der Naturverträglichkeit steht das Klettern offenbar nicht entgegen. Ein Beispiel: Man stelle eine Brutdichte von Wanderfalken fest, die man seit 100 Jahren nicht mehr hatte. Wanderfalken brüten bekanntlich gerne in Felsnischen. Neuß ist ein bekennender Unterstützer des Klettersports. Er freute sich, dass nun auch Auerbach in das Kletterkonzept mit eingebunden ist. Ihm gehe es auch darum die Infrastruktur für die Kletterer zu fördern.

Damit liegt er auf der Linie von Sven König (FrankenPfalz-Arbeitskreis Klettern), dem maßgeblichen Organisator des Kletterfestivals vom Sommer diesen Jahres. Der Arbeitskreis verstehe das Kletterkonzept des Naturparks als Grundlage für dessen Arbeit, so König: „Wir berufen uns darauf“. Die Aufgaben des Arbeistkreises seien nun, die Infrastruktur für die Kletterer weiter aufzubauen, beispielsweise der Frage nachzugehen, wo Zeltplätze für die Sportler möglich sind. „Wir möchten die Wirkungskraft des Klettersports vergrößern, um den Kommunen auch die Finanzmittel für infrastrukturelle Maßnahmen zu geben. „Wir brauchen den nachhaltigen Übernachtungstourismus“.

Das Kletterkonzept ist im übrigen nicht zementiert. Vorerst soll es rund zehn Jahre richtungsweisend sein. So wie sich die Natur verändert (Geißner) muss auch das Konzept veränderbar sein. Und das soll laut Barbara Eichler vom Deutschen Alpenverein, „auf Zuruf“ geschehen. (Klaus Trenz)