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Naturpark startet Zusatzqualifikation für professionelle Höhlenführer!
Was in den Alpen als selbstverständlich angesehen wird, nämlich sich für eine Bergtour, ob als Gruppe oder Einzelperson, einen Bergführer zu engagieren, der einen schonend und mit Ortskenntnis mit den Schönheiten der Berge vertraut macht und zudem noch für die nötige Sicherheit bei der Bergtour sorgt, ist das in Bezug auf unsere Höhlen in der Fränkischen Schweiz absolut noch nicht selbstverständlich.
Unsere Nachbarländer Österreich und die Schweiz sind uns da weit voraus. Dort gibt es seit vielen Jahren eine Ausbildungsmöglichkeit zum geprüften „Höhlenführer“. Damit sind nicht die Erlebnispädagogen gemeint, die hier in Bayern auch heute schon eine Zusatzqualifikation „Höhle“ erhalten können, sondern der geprüfte Höhlenführer erhält in Rahmen dieser Ausbildung umfassende Kenntnisse in den modernen Befahrungstechniken, in Unfallverhütung und Rettungsmaßnahmen und einen Einblick die die Höhlenflora und Fauna. Die umfangreiche Ausbildung hat sowohl einen theoretischen als auch einen praktischen Teil.

Um Rahmen der Umweltbildung suchen Lehrkräfte und Leiter von Jugendgruppen vermehrt nach der Möglichkeit, mit ihren Jugendlichen eine Höhle zu besuchen, ohne durch die damit verbundenen Probleme belastet zu werden. Das beginnt bereits bei der meist fehlenden höhlentauglichen Beleuchtung, bei Schutzhelmen und Anzügen, der mangelnden Ortskenntnis und der oft fehlenden Fachkenntnis über den Lebensraum Höhle. Die geprüften Höhlenführer übernehmen diese Aufgaben und sorgen für informative und sichere Höhlenbefahrungen.

Um deren Fachwissen, speziell im Hinblick auf die Höhlen und das Karstgebiet der Fränkischen Alb zu ergänzen, hat der Naturpark Fränkische Schweiz Veldensteiner Forst den Landesverband für Höhlen und Karstforschung Bayern gewinnen können, den Höhlenführern im Rahmen einer Zusatzqualifikation in 4 Schulungs-veranstaltungen umfangreiches Wissen über Höhlenentstehung, Tropfsteinbildung, Höhlenflora- und Fauna, Vorgeschichte und die höhlenrelevanten Gesetze und Verordnungen zu vermitteln.
Im ersten Block wurden die Themen Geologie der Frankenalb und die Höhlen- und Tropfsteinentstehung abgehandelt.

Bei vorangegangenen Gesprächen mit den Naturschutzbehörden, der Höhlenforschung und Naturschutzverbänden war man sich darüber einig, dass der anhaltende Zustrom auf die Höhlen unserer Fränkischen Schweiz in regelbare Bahnen gebracht werden muss. Ein Aussperren ist übereinstimmend nicht der geeignete Weg, vielmehr scheint es angebracht, Höhlenbesuchern zu empfehlen, sich geprüften Höhlenführern anzuvertrauen, dies gilt besonders für Besuchergruppen wie Schulklassen und Jugendgruppen.

Dieter Preu, Referent für Höhlen und Karst im Naturpark: „Wir sind dem Landesverband für Höhlen und Karstforschung Bayern e.V. für die Durchführung dieses Lehrgangs sehr dankbar. Dort sitzen die Fachleute, die zu allen relevanten Themen fundierte Sachkenntnis vermitteln können. Diese Referatreihe wird sicher nicht die Letzte sein und wir könnten uns vorstellen, derartige Lehrgänge auch für geprüfte Natur- und Landschaftsführer durchzuführen. Eine Naturführerin ist bereits jetzt schon dabei. Aus Erhebungen an Höhleneingängen wissen wir, dass viele Jugendgruppen mit unzureichender Ausrüstung und unter Führung von unkundigen Personen die Höhlen befahren. Insofern halten wir die Führung durch ausgebildete professionelle Höhlenführer hier für einen guten Weg“ (Dieter Preu)