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Paten für die Schönsteinhöhle
Der Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Bayern e.V. hat die Betreuung der Schönsteinhöhle bei Streitberg übernommen. Diese sieht vor, dass die Höhle während der Sommersaison mehrmals von Höhlenforschern befahren wird, um eventuelle Beeinträchtigungen durch die zahlreichen Besucher zu erkennen und durch Aufklärung entgegenzuwirken. Dem Forstbetrieb Forchheim und der Unteren Naturschutzbehörde wird darüber Bericht erstattet.
Die Schönsteinhöhle ist mit mehr als 600 Metern Ganglänge eine der wenigen Großhöhlen im Fränkischen Jura. Seit etwa 200 Jahren wird sie als Attraktion von Einzelbesuchern und Gruppen befahren. Bereits aus dem Jahr 1824 liegen diesbezügliche Berichte vor. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Zahl der Besucher allerdings stark zugenommen. Bei einem Monitoring wurden Menge und Zusammensetzung des Besucherstroms erfasst. Dabei hat sich ergeben, dass es meist Gruppen von bis zu 15 Personen sind, die sich im Wesentlichen aus dem Kreis der Jugendverbände, der Pfadfinder und aus Schulklassen rekrutieren. Etwa 40 Prozent dieser Gruppen nehmen die Hilfe von professionellen Höhlenführern an, die die Höhle kennen und auch die Verantwortung für die geführte Gruppe übernehmen. Umgerechnet besuchen im Jahr etwa 5000 Menschen die Höhle.

Im vergangenen Jahr befasste sich ein eigener Arbeitskreis, u.a. bestehend aus der Regierung von Oberfranken, dem Landratsamt Forchheim, dem Forstbetrieb Forchheim, dem Markt Wiesenttal, der Tourismuszentrale und dem Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Bayern in zwei Arbeitssitzungen mit der Frage, wie die Schönsteinhöhle vor einer zu starken Übernutzung geschützt werden kann. Nachdem fachliche Stellungsnahmen zum Thema Fledermaus und Höhlenkleinfauna ergeben hatten, dass bislang in diesen Bereichen keine feststellbaren Schädigungen durch die Besucher aufgetreten sind, wurde beschlossen durch geeignete Maßnahmen, und dazu gehört auch der Einsatz eines Paten, regulierend auf die Besucherzahlen einzuwirken, um den derzeitigen Zustand zu erhalten.

Bernhard Nerreter, erster Vorsitzender des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Bayern:“ Wir können den Wunsch der Menschen nach einem intensiven Erlebnis in der Natur verstehen, und dazu gehört auch mal, gerade für die Jugend, der Besuch einer wilden Höhle.
Gleichzeitig sehen wir diese Entwicklung mit Sorge, denn Höhlen sind empfindsame Biotope und können durch starken Nutzungsdruck schwere Schädigung erleiden. Betretungsverbote helfen aber hier nicht weiter, sondern Lenkung und Aufklärung ist der richtige Weg. Deshalb nehmen wir und unsere angeschlossenen Höhlenvereine die Patenschaft für die Schönsteinhöhle gerne an.“

Auch der Naturpark Fränkische Schweiz Veldensteiner Forst begrüßt die Patenschaft durch den Landesverband. Dieter Preu, Referent für Höhlen im Naturpark:“ Die Patenschaft für Höhlen durch die Höhlenforschung ist im Rahmen unseres Höhlenkonzeptes der richtige Weg eines besseren Höhlenschutzes. Zu diesem Konzept gehört auch die sachkompetente Zusammenarbeit mit kommerziellen Höhlenführern, die durch Ausbildung und Zusatzqualifikation speziell den jugendlichen Besuchern eine schonende und höhlenkundlich fundierte Begehung der Höhlen im Fränkischen Jura möglich machen.
Ich sehe hier eine gewisse Verwandtschaft zu den Bergführern in den Alpenländern, die Touristen bis in die höchsten Gipfelregionen geleiten und damit zur Sicherheit, zum Schutz und zum Verständnis der Tier und Pflanzenwelt beitragen.

Die Höhlen sind nun einmal da, das Interesse der Menschen an diesen Höhlen ist da und wir wissen um die Empfindlichkeit dieser Höhlen. Da gilt es nun eine, allen Belangen gerecht werdende Lösung zu finden und hier sehen wir uns auf dem richtigen Weg“

Kontakt:
Bernhard Nerreter
0171/6210235
b.nerreter@t-online.de