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Konzept für “Großhöhlen” im Naturpark soll entstehen
Gemeinsam mit Behörden, Naturschutzverbänden, der Höhlenforschung und den Touristikern wird eine Regelung gesucht.
Neben den 4 bekannten Schauhöhlen (Binghöhle, Sophienhöhle, Teufelshöhle und Maximiliansgrotte) gibt es im Gebiet des Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst etwa 2000 Höhlen, davon kann man 8 als „Großhöhlen“ bezeichnen, ihre Ganglänge beträgt mehr als 500m. Die wohl bekanntesten sind die Schönsteinhöhle bei Streitberg und die Bismarckgrotte bei Königstein, die in den Sommermonaten eine große Anzahl von Besuchern anlocken, die einmal das Erlebnis einer unerschlossenen, „wilden“ Höhle suchen. Die Befahrung ist nicht ungefährlich und so nehmen Schulklassen und Jugendgruppen gerne das Angebot kommerzieller Unternehmen in der Region an, die sowohl die nötige Ausrüstung als auch erfahrene Guides zur Verfügung stellen. 40 % der knapp 4000 Besucher der Schönsteinhöhle zum Beilspiel nutzen diesen Service in den Öffnungsmonaten der Höhle von Mai bis Oktober. In den Wintermonaten ist die Höhle gesperrt, damit die dort überwinternden Fledermäuse Ruhe haben und sich die Höhle regenerieren kann.

Nachdem die sogenannten „Natursportarten“, wozu auch das Klettern gehört, stark im Zunehmen sind und letztlich auch einen nicht zu unterschätzenden Faktor im Tourismus darstellen, möchte man für den Naturpark ein Konzept entwickeln, mit dem die Besucherzahlen dieser Höhlen überwacht und gegebenenfalls auch gesteuert werden können. Ein generelles Verschließen erscheint nicht zielführend.
Nun sollen die Wintermonate dazu genutzt werden, mit einem großen Kreis an Behörden, Verbänden, Eigentümern, Höhlenforschern, Touristikern und den Anbietern von Dienstleistung geeignete Verfahren zu entwickeln, die allen Interessen weitgehend entgegenkommen.
So wird vorgeschlagen, dass einzelne, dafür prädestinierte Höhlen einen Patenverein aus der Höhlenforschung bekommen, der in den Sommermonaten mehrmals die Höhle kontrolliert.
In größeren Abständen soll die Höhle auch auf Veränderungen der höhlentypischen Kleinfauna untersucht werden. Den kommerziellen Anbietern soll eine Begrenzung ihrer Teilnehmer und Führungen auferlegt werden, durch eine Meldepflicht werden sie an diese Begrenzungen gebunden. Am Höhleneingang wird der Besucher über die Höhle, über Verhaltensregeln in der Höhle und über die Gefahren einer Höhlenbefahrung informiert. Eine enge Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden ist obligatorisch.

Dies sind einige Punkte des Höhlenkonzepts, das der Naturpark gerne umsetzen möchte. Man geht von dem bereits erfolgreich etablierten Kletterkonzept aus, welches flächendeckend im Naturpark bereits umgesetzt ist. Auch hier wird ein realitätsnaher und effektiver Schutz der Felsflora und Fauna praktiziert und dieses Modell kann auch für die Höhlen im Naturpark in abgewandelter Form angewandt werden – da ist sich Dieter Preu vom Referat Höhle und Karst im Naturpark absolut sicher. „Wenn wir den Zugang zu diesen Höhlen zu stark erschweren oder gar verbieten, weichen die Menschen auf andere, bislang unberührte Höhlen aus und eine Regulierung wird immer schwieriger werden. Wir brauchen ein Konzept, nach dem wir mit geeigneten Maßnahmen letztlich zum Schutz der Höhlen regelnd eingreifen können. Die Naturparkverordnung gibt uns vor, geeignete Landschaftsteile – und die Höhlen sind ein unverzichtbarer Teil unserer Juralandschaft – für die Erholung und den Naturgenuss zur erschließen und der Allgemeinheit zugänglich zu machen, soweit die Belastbarkeit des Naturhaushaltes dies zulässt - und genau das soll in unser zukünftiges Höhlenkonzept einfließen“. (Text: Dieter Preu)