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Neues Naturpark-Informationszentrum nimmt Gestalt an
MUGGENDORF - Zu einem modernen Informationszentrum für den Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst wird derzeit der alte Muggendorfer Bahnhof umgestaltet. Das 300000-Euro-Projekt wird zu 90 Prozent aus Fördermitteln des Konjunkturpakets II finanziert. Im April 2012 soll das neue Info-Zentrum eröffnet werden.
„Wenn der Zug hier am Bahnhof hält, dann kommen die Fahrgäste alle erstmal hier ins neue Info-Zentrum“, sagt Bürgermeister Helmut Taut. Er kann sich schon lebhaft vorstellen, wie der umgestaltete Bahnhof ab 2012 genutzt wird. Mindestens eine Stunde lang sollen sich die Besucher im Gebäude über die Besonderheiten des Naturparks Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst informieren, hofft Taut.


1976 letzter regulärer Zug

Sie werden Schautafeln und Fotos zu Geologie, Flora und Fauna, zu den Höhlen, zu Heimat und Brauchtum, zum Naturpark und natürlich zum Bahnhof selbst und der Dampfbahn vorfinden. Am Fahrkartenschalter werden die Gäste übrigens von Paul Pöhlmann „bedient“, der nicht nur lange Jahre Bürgermeister von Wiesenttal, sondern auch der letzte Schaffner auf der Bahnstrecke war, auf der 1976 der letzte Personenzug fuhr. Tritt man an den Schalter, fängt sein auf eine Platte projiziertes Konterfei hinter der Glasscheibe automatisch zu sprechen an. In Originalton begrüßt Pöhlmann die Besucher und erzählt zwei Minuten lang allerlei Historisches zu Bahn und Bahnhof.

Die meisten Schautafeln sind bereits in den drei Räumen des rund 150 Quadratmeter großen Bahnhofes platziert. Doch noch fehlt der letzte Schliff. Aber bis zur Eröffnung im April wird alles fertig sein, ist sich Bürgermeister Taut sicher. Die Innengestaltung haben örtliche Arbeitskreise vorbereitet, mit der praktischen Ausgestaltung des Infozentrums ist derzeit die Firma „impuls-design“ aus Erlangen beschäftigt.

In der ehemaligen Wartehalle werden Besucher künftig alles über den Naturpark erfahren, die Daten dazu haben Naturpark-Geschäftsführer Wolfgang Geißner und Dieter Preu, Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken, zusammengetragen. Preu ist auch für das Thema Höhle zuständig, das im hinteren Bereich des Bahnhofes einen eigenen Bereich erhält. Unter einem im Boden eingelassen Glas wird dort eine Höhlenszene zu sehen sein. Um die geologischen Besonderheiten des Naturpark-Gebietes hat sich Friedrich Wiedenbein gekümmert, Walter Tausenpfund hat mit seinem reichen Wissen den Bereich Heimat und Brauchtum mitgestaltet.
Informationen über Fauna und Flora der Region sammelten Andreas Niedling, Landschaftspflegeverband, und Wolfgang Frenzel, Regierung von Oberfranken. Wissenswertes über die Dampfbahn und den Bahnhof Muggendorf steuerten Bernd Kittler und Stefan Schäff bei.

Die Innengestaltung ist noch nicht vollendet: Im mittleren Raum des Bahnhofes wird noch eine Miniaturbahn aufgebaut, auch die unterirdische Höhlenszene fehlt, außerdem wird die Holzinstallation mit Schautafeln im Wartesaal mit Pflanzen und Tieren unter Glas bestückt werden.

Die kostenträchtigsten Arbeiten am Informationszentrum sind allerdings abgeschlossen und auch rechtzeitig abgerechnet worden, denn sonst würden nicht die Konjunkturpaket-II-Fördermittel (225000 Euro vom Bund und 25000 Euro vom Freistaat) fließen, erläutert Roland Reindl von der Regierung von Oberfranken, zuständig für die Auszahlung der Gelder.


Alte Fliesen neu verlegt

Von außen ist der 1922 gebaute Bahnhof bereits saniert. Und auch innen haben Bauarbeiter und ehrenamtliche Helfer viele Monate lang schwer gearbeitet. So musste zum Beispiel der Boden im ehemaligen Wartesaal, unter dem sich nur Sand befand, herausgerissen und isoliert werden. Die alten Steinfliesen wurden sorgfältig aufgearbeitet und dann wieder im Wartesaal verlegt. In den Wintermonaten wird das Informationszentrum noch den letzten Schliff erhalten.

Im April wird das neue Schmuckstück dann offiziell mit einem schönen Fest eröffnet, sagt Bürgermeister Taut. Über die künftigen Öffnungszeiten des Zentrums hat er sich schon Gedanken gemacht: Von März bis April wird es täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet sein, im Winter nur am Wochenende und auf Anfrage. Das Info-Zentrum soll ohne Personal auskommen, über installierte Kameras können Gemeinde-Mitarbeiter die Räumlichkeiten allerdings beobachten. (Text: Maria Däumler; Bild: Ralf Rödel)