Zur Startseite


















                                      
Ist der Naturparkarbeitstrupp in Gefahr ?
WIESENTTAL - Der dreiköpfige Arbeitstrupp des Naturparkvereins Fränkische Schweiz- Veldensteiner Forst ist ein Segen für die Mitgliedsgemeinden, da es für dessen Arbeiten hohe Fördergelder gibt. Ob dies noch 2011 so sein wird, stellte Naturparkgeschäftsführer Wolfgang Geißner während der Mitgliederversammlung in Muggendorf allerdings schon einmal in Frage.
Geißner fürchtet, dass aufgrund der aktuellen Sparzwänge die staatlichen Fördermittel drastisch gekürzt, vielleicht sogar gänzlich wegfallen könnten. Der Vorsitzende des Naturparkvereins, Landrat Reinhardt Glauber, hält diese Sorge seines Geschäftsführers nicht für unbegründet. Glauber gab aber vorerst Entwarnung. Denn bisher gäbe es noch keinerlei Informationen oder Anzeichen dafür, dass es ab nächstem Jahr für den Arbeitstrupp keine Fördermittel mehr geben könnte. Allerdings wurden 2004 die Förderrichtlinien dahingehend geändert, dass nur noch starre Projekte bezuschusst werden.

Unterhaltungsmaßnahmen an Wanderwegen und Schutzhütten oder Nachentbuschungen werden seither nicht mehr gefördert. Geißner fürchtet, dass nicht nur die Projektförderung nach der nunmehrigen Praxis stark gekürzt werden könnte, sondern dass in den Mitgliedgemeinden langsam die Projekte ausgehen an denen sich die meisten ohnehin klammen Kommunen beteiligen können. Er denkt daher schon einmal über neue Einsatz- und Finanzierungsmöglichkeiten für seinen Arbeitstrupp nach. Bis 2003 war es noch unbürokratisch und es konnten alle anfallenden und notwendigen Kontroll- und Unterhalsmaßnahmen gefördert werden. Dies sparte vor allem viel Papier und aufregende lange Wartezeiten bis zur Zuschusszusage. Will man jedoch dahin wieder zurück, was sich Geißner auch mit Zuschüssen wünschen würde, momentan aber nicht aussichtsreich ist, so würde sich der Eigenanteil der Mitgliedsgemeinden für den Arbeitstrupp bei einer gleichzeitig nötigen Beteiligung der Landkreise mehr als verdoppeln. Geißners Modell sieht vor, dass die Gemeinden für den Arbeitstrupp pro Woche dann 2287 Euro anstatt wie bisher 950 Euro beisteuern müssten.

Die jeweiligen Landkreise müssten dann noch einmal 760 Euro pro Arbeitswoche zuschießen. Darüber wird die Vorstandschaft aber erst Ende des Jahres beraten, wenn die Förderprognosen für 2011 klarer sind.
Diese doch drastische Erhöhung des Eigenanteils für die Einsatzgemeinden hielt Veldens Bürgermeister Herbert Seitz als erster für „sehr schwierig“. Dieser Meinung schloss sich auch der ehemalige Forchheimer Vizelandrat Gregor Schmitt an. Gößweinsteins Bürgermeister Georg Lang regte an, den Naturpark Entwicklungsplan aus dem Jahre 2002 fortzuschreiben und zunächst einmal zu vergleichen, ob gemeindliche Arbeiter es günstiger machen können als der Naturparktrupp. Diesen einstigen Entwicklungsplan, der nun in der Schublade liegt und auch Kosten verursachte, könne man laut Geißner heute aber so gut wie vergessen. Denn für die meisten Maßnahmen in diesem Plan gibt es die Fördergrundlagen nicht mehr.

Gerne möchte Geißner wieder Unterhaltsmaßnahmen an Wanderwegen machen, oder neue Ruhebänke aufstellen. Viele dieser „Naturpark-Ruhebänke“ sind schon verrottet. Doch momentan ist dies eben nicht mehr förderfähig. Glauber rief eher dazu auf, in die Zukunft zu blicken. Für dieses Jahr jedenfalls wollen sich 17 Gemeinden und der Landkreis Bayreuth am Naturparkprogramm mit Projekten zur Biotoppflege, Besucherlenkung, der Errichtung von Erlebnispfaden und zur Instandsetzung und Ausstattung von Wanderwegen mit oder ohne Zuschüsse beteiligen. Begonnen wurde bereits mit zwei Projekten ohne staatliche Fördermittel.

So im Auftrag des Zweckverbands Teufelshöhle zur Entbuschung des Eingangsbereichs der Teufelshöhle und auf Rechnung des Forstbetriebs Pegnitz für Instandsetzungsarbeiten auf den Burgruinen Hollenberg und Leienfels. Größtes staatlich gefördertes Projekt, mit dem ebenfalls begonnen wurde, ist heuer die Großbaustele zur Instandsetzung des Steilaufstiegs „Felsentor“ bei Egloffstein. Das in diesem Jahr beabsichtige Naturparkprogramm sieht Gesamtinvestitionen von rund 400000 Euro bei rund 250000 Euro an Zuschüssen vor. Allerdings werden sich wohl einige größere geplante Projekte laut Geißner bis 2013 hinziehen.

Thomas Weichert