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Neueröffnung des "Felsenlochs" bei Plech
Plech – Der Markt Plech hat am vergangenen Freitag die Schachthöhle „Felsenloch“ zwischen Höfen und Plech offi-ziell zur Besichtigung freigegeben. Dazu konnte Bürgermeister Karlheinz Escher einige Kommunalpolitiker aus den FrankenPfalz-Gemeinden, Vertreter der Regierung von Oberfranken, des Landkreises Bayreuth, des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg sowie Gäste aus der Bevölkerung begrüßen.
Er bezeichnete die neu ausgewiesene geotouristische Attraktion als einen Gewinn für den Fremdenverkehr und dankte allen, die sich um die Absicherung und Anmarschwege verdient gemacht hatten. Besonders würdigte er die Verdienste des örtlichen Heimatvereins, des ehemaligen Höhlenforschers Dieter Preu und des Naturpark-Arbeitstrupps unter Geschäftsführer Wolf-gang Geißner. Frank Pirner versicherte für den Forstbe-trieb Pegnitz, dass die Bayerischen Staatsforsten die Wünsche der Kommunen gerne unterstützt, wenn es gilt, den Forst zur Erholung der Menschen anzubieten. „Die Besitzverhältnisse der Schachthöhle waren lange Zeit zwischen Ober- und Mittelfranken strittig“, meinte Norbert Graf von der Naturhistorischen Gesellschaft und bezeichnete das lange Zeit ungesicherte Gestein als einen Juwel unter den Höhlen Nordbayerns. Das Na-turphänomen basiert auf einer acht Meter tiefen Sohle und verwandelt sich in eine elf Meter lange, 3,5 Meter breite und zwei Meter hohe Spaltenhöhle. Das Team um Grabungsleiter Dieter Preu fand 1967 im Schuttkegel der Höhle Knochen und Skelettreste im Alter von mehr als 100 Jahren.

Nachgrabungen förderten später zu aller Überraschung Bronzeschmuck, Waffen, Keramikgeschirr und sons-tige Kultgegenstände der Kelten zu Tage.
Die Exponate sind derzeit im Archäologie-Museum Oberfranken in der Kaiserpfalz in Forchheim ausgestellt. Wegen der zahlreichen Knochenfunde ver-mutet man, dass es sich auch um eine ehemalige Begräbnisstätte handeln könnte. Nicht nur aus die-sem Grunde resümierte Pfarrer Christoph Weißmann, des-sen Jugendgruppe die Absperrungen durchtrennen durfte, sich selber nicht so wichtig zu nehmen und in Ehrfurcht vor der Vergangenheit und den Verstorbenen an der Höhle zu verweilen.

Heute ist das touristische Kleinod nämlich wegen der Rutschgefahr mit einem stabilen Drahtzaun bestens abgesichert. Ein eiserner Steg lässt die Besucher jedoch über den Schachtmund wandeln. Informationstafeln geben Daten und Fakten wider. Heimatverein und Kommune hatten nach der Neueröffnung an der Schutzhütte im „Saal“ eine kleine Feier mit kostenlosen Getränken und Imbiss arrangiert. Allein der einsetzende Regen unterband eine längerfristige Party der knapp 100 Wanderer und Naturfreunde. In Zukunft wird die neu erschlossene Attraktion in die verschieden langen Höhlenwanderungen des Heimatvereins aufgenommen. Erste Wanderkarten weisen die Attraktion jetzt schon aus.

Fritz Zagel