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Naturpark-Informationszentrum kommt in Fahrt
MUGGENDORF (tw) - Das geplante Naturpark-Informationszentrum des Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst im alten Muggendorfer Bahnhof kommt in Fahrt. Am kommenden Dienstag wird der Wiesenttaler Marktgemeinderat für Gewerke der Gebäudesanierung die Aufträge vergeben, wie Bürgermeister Helmut Taut während der Mitgliederversammlung des Naturparkvereins im Hotel Stern bekannt gab.
Rund 300.000 Euro wird die ehrgeizige Maßnahme kosten und den Zuwendungsbescheid über 270.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II hat der Markt Wiesenttal bereits im Dezember letzten Jahres von Umweltstaatssekretärin Melanie Huml bekommen. Komplett abgerechnet sein muss die Maßnahme dann bis Ende 2011. Ein zwar straffer Zeitplan, wie Forchheims Landrat Reinhardt Glauber in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Naturparkvereins meinte, der aber laut Taut dennoch zu schaffen ist. Über die Einzelheiten zum Naturpark-Informationszentrum informierte die Mitglieder im Bahnhofsgebäude Dieter Preu von der Forschungsgruppe Höhle und Karst. Denn Schwerpunkt des Info-Zentrums werden eben auch die Themen Höhle und Karst sein. Laut Preu müssten die ehrenamtlichen Macher auch noch viel Arbeit investieren, da für die Museumsausstattung nur 80.000 Euro zur Verfügung stehen.

Träger ist zwar der Markt Wiesenttal, dargestellt werden soll aber der gesamte Naturpark. Die Planung, die der Forchheimer Architekt Volker Rosbigalle macht, sieht vor, dass in der Wartehalle und dem einstigen Eisenbahnerdienstzimmer auf 175 Quadratmetern die gesamte Vielfalt des Naturparks vorgestellt werden soll. „Die Leute sollen hier erfahren, wie groß und schön der Naturpark ist“, sagte Preu, der für Juli ein nächstes Treffen ankündigte und bei dem die inzwischen beauftragte Firma Impuls-Design die Vorschläge für die Ausgestaltung des Infozentrums vorlegen wird. Auch die Museumsbahn wird in die Planungen mit einbezogen, so Preu.

Wie Taut betonte, sei man mit dieser Maßnahme im Wiesenttaler Rathaus schon etwas überrascht worden. Denn die Gemeinde hatte dieses Projekt nicht angemeldet, sondern die Regierung von Oberfranken.
Der in diesem Jahr finanziell stark gebeutelte Markt freue sich aber laut Taut dennoch, dass er im Rahmen des Konjunkturpakets zum Zuge gekommen sei. „Solche Geschenke nehmen wir natürlich gerne an“, so der Bürgermeister, der meinte, dass dieses Infozentrum eine Anlaufstelle wird der den Tourismus im gesamten Naturpark nach vorne bringt. Der Markt Wiesenttal muss sich an den Entstehungskosten mit rund 30.000 Euro beteiligen, die Hälfte sollen allerdings durch Eigenleistungen erbracht werden. In Geld sind es also nur 15.000 Euro für Wiesenttal und die späteren Unterhaltskosten – Personal wird nicht benötigt – will Taut auf mehrere Schultern verteilt wissen. „Denn Einige jammern jetzt schon zu recht über die Folgekosten“, so Taut, der auch dem Fränkische Schweiz Verein für dessen Unterstützung Lob zollte.

Von dem war Hauptvorsitzender Paul Pöhlmann gekommen, der seine Lehrzeit als Eisenbahner einst im Muggendorfer Bahnhof verbrachte. Nach Pöhlmanns Meinung wird der Muggendorfer Bahnhof dadurch ein Schmuckstück. Taut meinte, dass sich Wiesenttal nach wie vor als Zentrum der Fränkischen Schweiz fühle, aber man sich mit dem Infozentrum nicht auf seine Gemeinde konzentrieren könne. Auch nach Glaubers Meinung könne damit eine Stärkung des Standbeins Tourismus erreicht werden. Weiter kündigte Taut an, dass der Markt Wiesenttal groß in die Generalsanierung seines Wanderwegenetzes einsteigen will. Zusammen mit der Riesenburg sollen hier rund 90.000 Euro investiert werden. „Mit unserem letzten Geld nehmen wir alle Chancen war“, so Taut, der sich auf jegliche Zusammenarbeit freut.

Thomas Weichert