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Kletterkonzept Hirschbachtal startet
Hirschbach.(rrd). Das letzte lokale Kletterkonzept des Naturparks Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst wurde jetzt in Angriff genommen. Bisher wurden von rund 1000 Felsen ca. 900 Felsen zoniert. „Recht einvernehmlich, wie Wolfgang Geißner Geschäftsführer des Naturparks und Verantwortlicher für die Einladung zur Begehung, bei der Begrüßung erwähnte.
Der Einladung wurde sehr zahlreich gefolgt, allen voran Christine Rapp, Höher Naturschutzbehörde von der Regierung der Oberpfalz, Georg Dobmeier von der Unteren Naturschutzbehörde, Barbara Eichler ist die Regionalvertreterin vom DAV für Klettern und Naturschutz in Nordbayern, sowie der Felspate für diese Region Peter Steckermeier aus Hersbruck, von der IG Klettern Jürgen Kollert mit weiteren Vertretern. Richard Lehmeier vom Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach, Horst Schwemmer von der Geschäftsstelle des Bund Naturschutz in Sulzbach-Rosenberg, Naturschutzwächter Hans Wagner aus Neutras, sowie Sven König der sich für die Internetplattform „frankenjura.com“ verantwortlich zeichnet und „Motor“ der Arbeitsgruppe Klettern in der Frankenpfalz ist. Seitens der Bergwacht waren die Bereitschaftsleiterin Iris Zelnhöfer und ihr Stellvertreter Marco Regler unter anderen dabei sowie Naturführerin Daniela Reisch.

Bevor sich die Gruppe zur ersten Zonierung aufmachte ins „Schlaraffenland“ hieß der stellvertretende Bürgermeister Bernd Taubmann die Akteure willkommen. Für die Gemeinde Hirschbach ist es wichtig, dass das „graue Gold“, wie Taubmann es bezeichnete, „weiter beklettert werden können“. Taubmann stellte auch die Naturverbundenheit der Kletterer besonders hervor. Jürgen Kollert von IG Klettern erinnerte, dass bereits vor 16 Jahren mit dem Zonierungskonzept begonnen wurde und dies jetzt über die fränkischen Grenzen hinaus bekannt ist und Nachahmer findet. Bei allen Kletterkonzepten wurde versucht Konsenslösungen zwischen Naturschutz und Kletterer zu finden.

Als Sachverständiger für besondere Moose war Dr. Dieter Reinhardt aus Hemhofen dabei und er ist tatsächlich fündig geworden.
„Mannina Tiandra“ - Dreiblättriges Lebermoos fand sich in einem der Felsenritze. An dieser Stelle wurde die Kletterroute umgeleitet, so dass die Route an und für sich erhalten bleibt, das dreiblättrige Lebermoos aber weiter überleben kann. Wie gut Naturschutz bei den Kletterern funktioniert wurde erst wieder durch ein brütendes Wanderfalkenpaar bewiesen. Stephan Haase von der IG Klettern hat das Brut-Gebiet rund um das Nest an der Mittelbergwand weiträumig abgesperrt um die Wanderfalken nicht zu stören. Der Norissteig kann aber weiterhin ungehindert begangen werden.

Bei der ersten Zonierung wurde noch keine Route gesperrt. Lediglich zweimal die Zone zwei, d.h. die bestehenden Routen bleiben, jedoch dürfen keine Neuen mehr gelegt werden, dies wurde nach Abwägung aller Umstände einhellig entschieden. Zone zwei sind „Schlachtschüssel“ und „Rabensteiner Wand“ Die „Schmidbergwand“, die Hirschbacher Wand“ und das „Teufelsmassiv“ sind jeweils Zone drei, d.h. ohne Einschränkungen bekletterbar. Lediglich bei zwei Routen wurde der Einstieg verlegt. Die entsprechenden Schilder wurden umgehend angebracht. Ein Aspekt für die positive Bewertung ist sicherlich auch der Punkt, dass die Frequentierung der Kletterrouten nicht so stark wie an anderen Wänden im Frankenjura ist, da diese meist im Bereich von Schwierigkeitsgrad 6 bis 9 liegen, ja sogar Routen im elften Grad zu finden sind. Es finden sich aber auch einige Dreier- Routen. Naturpark-Geschäftsführer Wolfgang Geißner rechnet mit einer Dauer von gut eineinhalb Jahren, bis die letzte Zonierung im Hirschbachtal abgeschlossen ist. (Pauline Regler)