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Uhubruten vielversprechend!
Nach vielen Jahren mit nur sehr wenigen Bruterfolgen bei dem unter Naturschutz stehenden Uhu (Bubo bubo) stimmen die Daten in diesem Jahr optimistisch. Derzeit nimmt der seltene Eulenvogel so viele Brutplätze wie schon seit Jahren nicht mehr im Frankenjura in Beschlag.
Der Grund der sprunghaft angestiegenen Brutvorkommen darin liege aber nicht in der durch den strengen Winter später beginnenden Klettersaison, wie scherzhaft kokettiert wird. Die Ursache dürfte vielmehr im reichhaltigen Nahrungsangebot für den Uhu begründet sein, denn Mäuse haben in diesem Frühjahr Hochkonjunktur. Gute Mäusejahre sind gute Uhujahre! So zählt der LBV 2010 mindestens 36 besetzte Uhuhorste im Vergleich zu 29 gegenüber 2009 und immerhin 16 nachgewiesene Brutversuche in diesem Jahr im Vergleich zu 9 im Vorjahr.

Selbst die ehemalige Brutnische in der Nähe der Aalkorber Wände, die zuletzt von Wanderfalken besiedelt wurde, hat sich der Uhu zurückerobert. Und erst vor wenigen Tagen wurde ein neuer Uhubrutplatz am Wagnerfelsen im unteren Ailsbachtal ausfindig gemacht. Entdeckt hat ihn ein Kletterer, der uns daraufhin informiert hat mit der Bitte, die Wand in unsere Sperrungsliste aufzunehmen. Bei einem Treffen vor Ort mit einem Experten des LBV bestätigte sich die Uhubrut. So wurde der Fels in die Sperrungsliste aufgenommen und am Wandfuß Schilder sowie ein Absperrband angebracht.

Neben dieser Uhumeldung erreichten uns in diesem Jahr sehr viele Hinweise auf Waldkäuze, die für den Laien dem Uhu sehr ähnlich sind. Uhus sind im Sitzen aber doppelt so groß wie Waldkäuze. Ein Uhu misst sitzend 50 bis 70 Zentimeter, ein Waldkauz nur 30 bis 40 Zentimeter. Ein Uhu hat eine Spannweite von fast zwei Meter gegenüber der eines Kauzes von weniger als einem Meter.
Die Augen des Uhus sind gelblich, während die des Waldkauzes schwarz sind. Der Uhu brütet im Fels auf Bändern, während der Waldkauz gerne in Höhlen und Löcher zur Aufzucht des Nachwuchses bewohnt.

Während Waldkäuze nur wenige Meter Privatsphäre für sich in Anspruch nehmen, ist der Uhu deutlich scheuer. Im Extremfall genügt Störung im Umkreis von 200 Metern und dieser verlässt als Fluchtreaktion seinen Horst für mehrere Stunden bis zur Abenddämmerung, so dass bei niedrigeren Temperaturen die Eier auskühlen und dadurch das Jungtier absterben oder der sehr junge Nachwuchs verhungern würde. Nimmt dagegen ein Waldkauz wegen einer Störung Reißaus, so fliegt er oft schon wenige Minuten nach der Bedrohung des Nestes zurück zu seinen Jungen.

Aus diesem Grund müssen in Fällen von Uhubruten ganze Wände gesperrt werden, bei Waldkäuzen genügen einzelne Routen. Auch wenn Waldkäuze - im Gegensatz zu Uhus – nicht zu den gefährdeten heimischen Vogelarten gehören, so gebietet es unserer Ansicht nach der Respekt vor der Natur, auch diese Tiere ihren Nachwuchs ungestört aufziehen zu lassen. Bitte melden sie auch diese Brutvorkommen weiterhin und leisten damit einen Beitrag für nachhaltigen Naturschutz und den Erhalt einer intakten Natur an unseren Felsen.