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Keltische Kultstätte bei Plech
Zwischen Plech und Höfen liegt auf einem Felsrücken das Felsenloch, eine sogenannte Schachthöhle. Zwischen den Felsen eingebettet öffnet sich die Höhle schachtartig etwa acht Meter in die Tiefe. Die Höhle im Innern ist elf Meter lang, vier Meter breit und zwei Meter hoch.
Erforscht wurde die Höhle bereits 1967 durch den Höhlenforscher Dieter Preu mit der Forschungsgruppe Höhle und Karst. Nachdem die Forscher dort menschliche Knochen fanden, wurde die Höhle näher untersucht. Ans Tageslicht kamen Schmuck und Geschirr der Kelten. Die Funde konnten der Hallstattzeit und der La-Tène-Zeit zugeordnet werden. Beide Perioden sind nach Fundorten in Österreich und in der Schweiz benannt. Die Hallstattkultur wird auf die Zeit von 800 bis 475 vor Christus datiert, die La-Tène-Kultur schließt sich 480 vor Christus an und dauerte ungefähr bis Christi Geburt.

Im Felsenloch fand man Ohrringe und Armreifen aus Bronze, Teller, Schalen und Töpfe aus Keramik. Die Fundstücke sind jetzt im Archäologie-Museum Oberfranken in der Kaiserpfalz in Forchheim ausgestellt, dem Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München. Wegen der Knochenfunde könnte es sich beim Felsenloch um einen Begräbnisstätte der Kelten handeln.

Jetzt soll das Felsenloch als sechste Höhle in den Plecher Höhlenrundweg aufgenommen werden. Auf der acht Kilometer langen Wanderung kann man dann die Fleischhöhle, die Saalburggrotte, das Rohenloch, die Raumhöhle und das Felsenloch besuchen, 13 Kilometer sind es mit der Schleife über die Geißhöhle.
Im Moment ist Wolfgang Geißner vom Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst mit seinem Naturparktrupp dabei, den Weg zum Felsenloch anzulegen.

Dabei überquert der Höhlenrundweg die Verbindungsstraße Plech – Höfen am Parkplatz, der neu angelegte Weg führt an einer Felsformation vorbei bis hinauf auf den Felsrücken zur Schachthöhle Felsenloch. Da die Schachthöhle nicht begehbar ist, kam Harald Kannowsky von den Bayerischen Staatsforsten auf die Idee, einen Skywalk wie beim Grand Canyon anzulegen: Ein Steg soll den Blick von oben in das Felsenloch ermöglichen. „Außerdem ist eine Informationstafel mit den historischen Hintergründen geplant.“ versprach Plechs zweite Bürgermeisterin Renate Pickelmann beim Ortstermin.

Wolfgang Geißner schwärmte von der guten Zusammenarbeit: Die Marktgemeinde Plech, der Plecher Heimatverein, die Bayerischen Staatsforsten und der Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst ziehen an einem Strang, um das mit EU-Mitteln geförderte Projekt noch diesen Sommer zu vollenden. Ein zusätzlicher Weg wird noch vom Wanderparkplatz Saal links der Straße von Plech nach Höfen hinauf zum Felsenloch angelegt.
(Martina Wendler)